Politblog
Anton Schaller am, Mittwoch 9. April 2014

Mit E-Voting die Jungen motivieren

Die Vox-Analyse brachte es an den Tag: Lediglich 17 Prozent der unter 30-Jährigen haben sich an der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative beteiligt. Und die, die den Abstimmungszettel ausfüllten, stimmten in der Mehrheit Nein. 77 Prozent der über 70-Jährigen dagegen kamen ihrer Bürgerpflicht nach und stimmten ab; sie legten in ihrer Mehrheit ein Ja in die Urne.

Aufschrecken muss uns aber vor allem die Tatsache, dass 1992 bei der EWR-Abstimmung, die ebenso knapp ausging wie die Masseneinwanderungsinitiative 2014, noch 73 Prozent der unter 30-Jährigen an die Urne gingen, bei einer Stimmbeteiligung von damals sensationellen 78 Prozent.

Was ist in der Zwischenzeit passiert, was hat in den letzten 22 Jahren zu dieser beinahe unglaublichen Stimmabstinenz der jungen Stimmberechtigten geführt? Warum nahmen 83 Prozent keinen Einfluss auf die Vorlage der Masseneinwanderung, warum geht die Zahl der aktiven jungen Menschen in der Schweiz derart dramatisch zurück?

Fühlen sie sich durch uns alte «Weisen» vertreten? Überlassen sie den Stimmwilligen einfach das Sagen? Meinen sie, dass «die in Bern oben» doch eine gute Politik machen? Sind sie einfach gleichgültig gegenüber Politik und Staat eingestellt? Ist es ihnen schlichtweg wurst? Oder ganz anders rum: Können sie mit der papierenen Abstimmung schlicht nichts mehr anfangen? Warten sie, bis endlich auch bei der Politik die digitalen Möglichkeiten Einzug halten? Bis endlich E-Voting eingeführt wird?

Die offizielle Politik kommt mit dem Tempo der Jungen nicht mehr mit.

NMTM

E-Voting-Pilotversuch in Winterthur 2008. (Foto: Keystone)

Ich habe am 9. Februar im Zürcher Stimmlokal Seefeld beobachtet, als gleichzeitig auch die Gemeinde- und Stadtratswahlen stattfanden, dass mehrere junge Wähler und Wählerinnen im Stimmlokal mit der riesigen Fahne von Parteien und Kandidaten schlicht nichts anfangen konnten; sie schmissen sie kurzerhand neben der Urne in den Papierkorb. Die Stimmbeteiligung bei den städtischen Wahlen war mit 43 Prozent denn auch weit tiefer als bei der Masseneinwanderungsvorlage, die immerhin 56 Prozent betrug.

Dies zumindest ist ein untrüglicher Hinweis dafür, dass die papierenen Abstimmungen mit den unzähligen Drucksachen und papierenen Erklärungen nicht mehr der digitalen Welt der jungen Menschen entsprechen. Das E-Voting ist also weit schneller einzuführen, als es den Politikern lieb ist. Noch sträuben sich vor allem die Rechten und insbesondere die Grünen dagegen. Die Rechten träumen dem sonntäglichen, traditionellen Urnengang nach, jeweils nach dem Kirchgang, vor dem Besuch am Stammtisch. Und Grüne, wie der Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli, finden E-Voting, das elektronische Stimmen und Wählen, noch zu unsicher; sie verlangen weit grössere Sicherheiten als bisher geplant.

Doch die jungen Menschen kümmern die Ansichten der verhaltenen Politiker wenig, sie sind weit besser vertraut mit der digitalen Welt als wir Alten, wohl auch als die grosse Mehrheit der Politiker. Sie passen sich weit flexibler der dynamischen Entwicklung bei den technischen Kommunikationsmitteln an, sie nutzen die neuen Formen der indirekten Kommunikation über die digitalen Medien zu ihrem Vorteil, sie vernetzen sich. Da kommt die offizielle Politik mit ihrem gemächlichen Tempo schlicht nicht mehr mit.

Die Lehre daraus: Auch wir Alten müssen uns weit intensiver mit der technologischen Entwicklung in der Informatik auseinandersetzen, die Vorteile erkennen und auch nutzen. Wir müssen uns mit den nachkommenden Generationen und ihren Zielen und Werten befassen, wir müssen uns für ihre Positionen spürbar interessieren. Und ganz wichtig: Neben unseren Interessen, die wir richtig und lautstark vertreten dürfen, sollten wir auch die Interessen der nachfolgenden Generationen, die unserer Kinder und Enkelkinder, mit der gleichen Vehemenz nach aussen tragen. Das könnte sogar unser politisches Handeln anders prägen, unsere oft festgefahrenen Positionen gehörig aufmischen. Und das wäre gut so.

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Anton Schaller ist Journalist, Dozent und Unternehmensberater. Er war «Tagesschau»-Chef und LdU-Nationalrat. Heute ist er Online-Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und VR-Präsident von Seniorweb.ch.
est aujourd’hui professeur et conseiller pour entreprises, il était auparavant rédacteur en chef du "Tagesschau" de la télévision alémanique, ancien président et conseiller national de l’Alliance des indépendants (AdI).

76 Kommentarecommentaires zusur “Mit E-Voting die Jungen motivieren”

  1. Hans Kohler sagt:

    Es ist nicht die Art, wie gewählt wird. Sondern die Art, wie Politik gemacht wird.
    Solange die Wähler das Gefühl bekommen, dass sie zwar “mitreden”, aber nicht “mitbestimmen” können, wird sich an diesem Wahlverhalten nichts ändern.

    • R. Merten sagt:

      Richtig, Hr. Kohler. Die massgebenden Politiker foutieren sich vielfach um die Abstimmungsergebnisse. Als Beispiel kann man die Vertrödelung der Ausschaffungsinitiative durch BR Sommaruga aufführen. Auch die Masseneinwanderungsinitiative wird schon kurz nach der Abstimmung beklagt statt mit aufrechtem Gang die mit der EU vertraglich zugesichterte Neuverhandlung aufzunehmen.Dass die Jungen, aber auch zunehmend die Alten, Politikverdrossenheit an den Tag legen, ist den Politikern zuzuschreiben. Statt die Interessen der CH zu vertreten, schielen viele auf ein gut dotierten Pöstchen bei der EU !

  2. Ursula J. sagt:

    Es ist allerhöchste Zeit für das E-Voting. Nicht nur Junge sondern auch ältere würden es schätzen. Kommt dazu Papierform ist nicht mehr Umweltfreundlich. Tonnen von Papier kann gespart werden.

    • Jordi Urs sagt:

      Es ist eine total falsche Annahme, dass mit E-Voting mehr Junge stimmen gehen.
      Dazu wird dem Manipulationsrisiko bei Wahlen erst recht die Türen geöffnet.
      Weiter ist es eine falsche Aussage und Wahnsinn, dass E-Voting umweltfreundlicher ist.
      Die Digitalisierung führt unwiderruflich zu mehr Stromverbrauch, ist umweltbelastend und
      der Strommehrverbrauch kann auch durch alternative Energien nicht kompensiert werden!
      Die digitale Hörigkeit und bedenkenlose Förderung und wird zu weiteren Problemen, aber selten zu Lösungen führen.

    • Ruedi sagt:

      Das ist eine Ausrede. Mir zeigt das, dass mit dem Staatskundeunterricht an den Schulen etwas nicht stimmt. Ob E-Voting oder nicht: die Unterlagen studieren muss man trotzdem, egal ob elektronisch oder auf Papier. Und wer einfach irgendetwas stimmt ohne sich vorher damit befasst zu haben nur weil es per E-Voting besser in die Lebensgewohnheiten passt schadet dem Ganzen nur.

  3. Sergio Padovano sagt:

    Eventuell hat da jemand ganz anderes jeweils die Hand im Spiel.
    Entgegen den Urban-Weltoffenen, haben also einmal mehr die Alten entschieden,
    Bis ca. 1980 ( resp. nach 68) war es Europa/USA-weit usus, dass die Meinung der Alten, der Rat der Alten was galt.
    Dann übernahmen die Weltofffen–modernen. Das Resultat kennen wir, Eine (westliche) Welt ohne Moral, Anstand und Richtung…einfach drauflos….
    Dass nun Typen wie der Anton Probleme haben, Niederlagen zu verarbeiten ist ja auch nicht neu, zumal der ja praktisch sein gesamtes Leben im Staatsfilz verbrachte

    • Adrian Römer sagt:

      Ohje, das waren Heuchler-Moral und -Anstand. Die Gesellschaft ist offener und somit ehrlicher geworden. Und wer keine Werte mehr erkennt, lebt in einem traurigen Umfeld.

  4. Anton Keller sagt:

    Jeder Jugendliche mit Schweizerpass hat die Chance die Schweiz mitzugestalten. Er kann dieses Angebot annehmen oder eben nicht annehmen. Unseren Jugendlichen geht es zurzeit sehr gut, so dass sie einfach keine Lust zum Abstimmen haben.

    • Urs sagt:

      schon mal die statistiken zur jugendarbeitslosigkeit studiert?

      • R. Merten sagt:

        Urs: Diejenigen Jungen, die hart arbeiten wollen, sich selber weiterbilden und Interesse am Wirtschaftsgeschehen zeigen, finden immer eine Stelle. Aber viele arbeitslose Junge sind zu faul und haben keinen Bock, etwas zu leisten und sich mit durchzusetzen. Fragen Sie mal die Arbeitsämter und Personalbüros, Urs. Und warum können sich Junge leisten, sich vom Leistungsdruck zu verabschieden ? Weil unsere von den Sozis und Gewerkschaften durchgesetzen Sozialleistungen grosszügig sind und ohne weiteres gewährt werden. Studieren Sie mal die gesetzlichen Grundlagen, Urs !!

  5. Knut Atteslander sagt:

    Bitte, bitte kein E-Voting. Ich denke nicht das man je eine vernünftige Lösung fürs E-Voting finden wird…

    • Ralph Geering sagt:

      Sie täuschen sich Herr Atteslander, sehr sogar. Seitdem E-Voting in Genf vor ein paar Jahren eingeführt wurde, stimme ich – als 70+ Rentner nur noch auf diesem Weg ab. Die reine Stimmabgabe erledige ich jeweils in ca. 3 Minuten. Ich habe Mühe zu verstehen, wie Leute, die heute unablässig am Computer, Smartphon oder Tablet hängen. Am Sonntagmorgen in ein Abstimmungslokal wandern können. E-Voting ist eindeutig die einfachste, schnellste, sicherste und billigste Art, eine Abstimmung effizient durchzuführen.

      • Fred Niederer sagt:

        @Geering: Am Sonntag Morgen an die Urne pilgern keine 10% mehr. Der Rest stimmt brieflich ab, was kaum ein Mehraufwand ist. Dass sie die Sicherheitsprobleme beim E-Voting nicht verstehen, muss man jemandem in Ihrem Alter aber wohl nachsehen.

      • Aldo Lurati sagt:

        E-Voting setzt voraus, dass jemand die erforderliche Hardware besitzt. Nicht alle Leute wollen einen Computer haben.
        Und bequemer als mit der Post ist es auch nicht.
        Leute die nicht stimmen, sind ganz einfach zu faul. Oder man hat ihnen den Schweizerpass nachgeworfen.

    • Andy Meier sagt:

      Auslandschweizer aus bestimmten Kantonen können schon heute über E-voting abstimmen. Ist sehr einfach und schnell und absolut kein Problem.

      • Adrian Engler sagt:

        Solange es nur ein kleiner Teil der Abstimmenden E-Voting benutzt, ist das Problem der fehlenden Überprüfbarkeit etwas weniger gravierender für die Demokratie, aber das Problem besteht auch.

        Wenn es Probleme gäbe und die E-Voting-Systeme die Stimmen nicht richtig zählen würden, würde man, wenn die Manipulationen gut ausgeführt wurden, nichts merken und weiterhin denken, es gäbe “absolut kein Problem”.

        Deshalb sind viele Informatiker-Organisationen gegen E-Voting, und dieses wird vor allem von Personen mit wenig Informatik-Kenntnissen propagiert.

  6. Hans - Ulrich Vogt sagt:

    Grundsätzlich befürworte ich E-Voting. Es würde durch seine Einfachheit und Schnelligkeit häufigere Abstimmungen ermöglichen. Man könnte die Arbeit unserer PolitikerInnnen noch besser kontrollieren und beschleunigen. Die Direkte Demokratie insgesamt würde gewinnen. Die Stimmabstinenz der Jungen auf das fehlende E-Voting zurückzuführen ist ist schlicht eine Behauptung von Herr Schaller und durch gar nichts belegt. Auf seine Beobachtungen in einem Wahllokal abzustellen ist Kaffeesatzleserei. Es gibt viele Gründe nicht an Abstimmungen teilzunehmen. In meinem Umfeld, auch nicht repräsentativ, habe ich eher den Eindruck, dass sich die Jungen grundsätzlich eher für andere Sachen interessieren als für die Abstimmungen und Wahlen. War in meiner Jugend auch nicht anders nur hat man zu der Zeit nicht so viele Statistiker irgendwie beschäftigen müssen. Daher ist das nicht so aufgefallen.

    • Florian Plachesi sagt:

      E-Voting waere in der Tat eine Bereicherung der direkten Demokratie, aber davor haben die Partein Angst. Stellen Sie sich Initiativen vor, man muesste nicht mehr aufwendig ( und sehr sehr teuer) 100’000 Stimmen auf der Strasse sammeln, sondern einfach (und billig) Initiativtext ins Internet stellen, bisschen FB Marketing und so, und jeder kann dann eifach im Internet unterschreiben. DIe Partien als Intermediar zwischen Volk und Staat waeren praktisch abgeschafft:)

      • Fred Niederer sagt:

        Den Unterschriftenbogen einer Initiative oder einem Referendum kann man heute schon jederzeit aus dem Internet herunterladen unterschreiben und abschicken. Es wird daher wohl nicht an dem liegen. Und auf Unterschriften von Leuten die sich nicht mal dafür die Zeit nehmen, kann man gerne verzichten.

        • Gachabamba sagt:

          Der Medienbruch welcher verhindert dass alles digital ablaufen kann ist DIE Hürde.

          • Fred Niederer sagt:

            @Gschabamba: Wenn Ihnen diese Hürde immer noch zu hoch ist, dann wird Ihnen auch die Hürde, sich mit der Material auch nur ein wenig zu befassen zu hoch sein und dann ist es wohl auch besser wenn Sie weder stimmen, noch wählen, noch Initiativen unterschreiben. Wahlen sind mehr Casting-Show à la DSDS und Abstimmungen mehr als Daumen-Rauf oder Daumen-Runter Meinungsabgaben wie auf Facebook oder in Internetforen. Zuerst kommt das sich informieren und mit dem Thema auseinandersetzen, der Aufwand für die Stimmabgabe ist dann auch brieflich nur noch Nebensache.

          • Adrian Engler sagt:

            Beim Sammeln von Unterschriften für Initiativen und Referenden sähe ich weniger grosse Problem mit elektronischen Methoden (allerdings scheint vielerorts eher beklagt zu werden, dass es zu viele als zu wenige Abstimmungen gibt). Die Unterschriften sind – anders als Abstimmungsdaten – nicht geheim, und während E-Voting, wo einigen wenigen Personen blindes Vertrauen entgegengebracht werden müsste und nicht aufdeckbare Hacker-Angriffe drohen, sehr problematisch wäre, gäbe es beim elektronischen Sammeln von Unterschriften Verifikationsmöglichkeiten (es würde allerdings Zertifikate brauchen).

        • Florian Plachesi sagt:

          @ Herr Niederer,

          Falsch. Ausdrucken und absenden und schon haben sie Kosten. Und dann muss man den ganzen Papierkram noch zum Bundeshaus bringen:)

          • Fred Niederer sagt:

            @Plachesi: Wenn Ihnen die Ausübung Ihres Demokratischen Rechtes nicht mal 1 Stutz wert ist, kann man ihnen auch nicht weiterhelfen. Zudem ist in vielen Gemeinden das Porto gratis und auch Unterschriftbogen sind oft bereits vorfrankiert. Seien Sie ehrlich, sie würden auch mit E-Voting und E-Unterschirftensammlung sowieso nie abstimmen gehen, am Aufwand oder Kosten liegts aber nicht

    • Daniel Moser sagt:

      Die niedrige Stimm- und Wahlbeteiligung der Jungen lässt sich sicher nicht allein auf die Technik der Stimmabgabe zurückführen ( Abstimmungsbüro, schriftliche Stimmabgabe, E-Voting). Wie weit ist eine ungenügende politische Bildung dafür verantwortlich?. Politische Bildung ist in den letzten Jahren sowohl auf der Sekundarstufe I wie auf der Sekundarstufe II dauernd zurükgestutzt worden, zugunsten angeblich wichtigerer Fächer wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Sprachen. Für Sport und Musik hat man neue Artikel in der Bundesverfassung geschaffen. Wann kommt einer für politische Bildung?

  7. Pascal Padrutt sagt:

    e-voting ist nicht wünschenswert. Es ist intransparent und öffnet Tür und Tor für Manipulationen. Mit dem heutigen System gibt es handfeste Belge (Wahl-/Stimmzettel), die bei Unstimmigkeiten bzw knappen Resultaten nachgezählt werden können. Und wenn der heutigen Jugend nicht mehr zugemutet werden kann, einen Wahlzettel von Hand ausfüllen und zu jeder Tages- und Nachtzeit in einen Briefkasten zu schmeissen, dann sollten wir vielleicht doch schnellstens in die EU. So verschwände nämlich die lästige direkte Demokratie mit ihren schikanösen Abstimmungssonntagen.

  8. niggi basler sagt:

    Wer zu faul ist, einen frankierten Umschlag in einen Briefkasten zu werfen, wird eines Tages auch zu faul sein, aufs Knöpfchen zu drücken.
    Für demokratische Entscheide muss man sich interessieren, aber da muss man etwas persönliches investieren. Das liegt selten auf der Wellenlänge der Generation “chill”.

  9. Erich Meier sagt:

    Alles klar: Hrn. Schaller wäre es vermutlich lieber gewesen, wenn die MEI der SVP abgeschmettert worden wäre. Zum Glück hat er eine Altersgruppe gefunden, die mehrheitlich dagegen gewesen sein soll. Da sich viele von denen nur im Internet bewegen können, hätte man ihnen die Online-Stimmabgabe schmackhaft machen können. Dann wäre diese für Economiesuisse mehr als ärgerliche Panne wohl nicht passiert. Wer zu faul ist, den Stimmzettel gratis ins bereits adressierte Couvert zu stecken und einzuwerfen, sollte besser nicht abstimmen.

  10. Herbert Meister sagt:

    Das wird sehr schwierig. Wenn Junge sehen, wie alte Politiker in Exekutive und Legislative Volksentscheide missachten oder mit Ausführungsgesetzen derart verwässern, dass sie inhaltlich mit der angenommenen Initiative nichts mehr gemein haben, wenn sich Politiker Lobby-Organisationen an den Hals werfen und zu deren Sprachrohr werden und sich mit Mandaten, VR-/Beraterverträgen und Vorträgen bestechen lassen, kann ich durchaus verstehen, wenn die Jungen, aber auch die anderen Stimmbürger mit der Politiker-Mafia von links bis rechts nichts mehr zu tun haben wollen. Da stellt sich die Grundsatzfrage: Sind wir noch eine Demokratie oder eine Scheindemokratie, welche durch Lobbyisten, Bürokraten und Besserwisser-Gutmenschen regiert werden?

  11. Realist sagt:

    Als Technik fan, der feude an neuen den neuen Möglichkeiten hat, und diese wen möglich verwendet, bin ich ganz klar gegen E-Voting. Es ist zu einfach manipulierbar! (Jaja Verschlüsselung, etc… fact ist, dass das Problem meist 40-60cm vor dem Bildschrim sitzt…)

  12. Andreas sagt:

    Die Jungen wollen nicht elektronisch abstimmen – sie wollen liken.
    Und dann ist bei Jungen halt das allgemeine Lebensgefühl: Sie sind eine Minderheit geworden, neben all uns Mittelalterlichen und Alten. Darum konzentrieren sie sich auf sich selber. Vielleicht würde eine allgemeine Stimmabstinenz von allen +70 schon etwas helfen?

  13. Pierre Pan sagt:

    Ungeachtet der Diskussion um die Sicherheit der elektronischen Abstimmung wäre der erste, dringend notwendige Schritt die digitale Aufbereitung und zeitgemässe Präsentation der Abstimmungsvorlagen, in einer verständlichen, Grafiken- unterstützten Form. Die Entscheidungsfindung wäre so nicht nur für die Jungen leichter.

  14. Fred Niederer sagt:

    Nein, Herr Schaller, die Jungen haben die papieren Unterlagen in de Eimer geschmissen, weil sie keinen der Köpfe darauf kannten und das wäre auch beim E-Voting so gewesen. Allenfalls hätten sie beim E-Voting einfach die hübschesten gevotet ohne sich Gedanken über deren Ansichten gemacht zu haben und das wäre wohl noch schlechter als gar nicht stimmen. Zudem, die dezentrale und kleinräumige Urnen-Abstimmung mit papieren Stimmzetteln und Auszählung durch tausende normale Bürger, ist immer noch der beste Schutz gegen grossräumige Wahlfälschung. Auch bei Zweifel am Stimmresultat sind die Zettel physisch immer noch da und können bei Bedarf nachgezählt werden. Überlegen Sie mal, wie hätten Sie z.B. Zweifel am sehr knappen Resultat der Abstimmung über die MEI aus dem Weg räumen wollen, bei elektronischer Abstimmung? Man wäre auf die Aussage einer handvoll (käuflichen) Speziallisten angewiesen gewesen, die beteuern, dass ganz sicher alles ordentlich verlaufen ist.Spätestens nach Snowden, NSA, … sollte auch dem hinterletzten klar sein, dass es keine sichere Computer-Systeme gibt. Man kann auch von einem jungen Bürger, dass ihm die Demokratie genügend wichtig ist, dass er sich due Mühe nimmt, die Papiere auszufüllen, in ein Couvert zu stecken und auf die Post zu bringen.

  15. Marianne Steiner sagt:

    Und immer wieder aufs Neue.
    Linke, Abstimmungsverlierer, “Eliten” die Oberdemokraten… basteln immer wieder an neuen Trickli.
    Die Abstimmung wiederholen, “Umsetzungs-Kommission” OHNE Abstimmungssieger, Initiativen einschränken/verbieten/abschaffen oder nur zulassen wenn es Guten und Linken passt, Stimmalter auf 16 Jahre, E-Voting, neben all den politischen Schweinereien, den Wählerwillen zu torpedieren, von: Konkordanz brechen, eine Klavierspielerin als Justizministerin, Initiativ-Aufträge ignorieren……sowas ginge zwar nicht mal in Zimbabwe, aber in Seldwyla ist das gutmenschlich nett

  16. Andreas Müller sagt:

    Grossratswahl 2014, Kt. BE. Der Kandidat Theophil Bucher (Grüne, Stadtrat Burgdorf, Gym-Lehrer, aktives Mitglied in 5 Vereinen) erhält in Burgdorf 9(!) Stimmen bei 16‘000 Einwohnern. Frau Elisabeth Zäch (SP, Stadtpräsidentin) 79 Stimmen (gewählt!). Stimmbeteiligung 8% Wie kommt das? Ich habe dafür eine ganz einfache Erklärung. Beide Kandidaten grüssen z.B. nicht auf der Strasse (ausser wenn Wahlen sind). Die Lokale Presse, die von einem Parteigenossen von Frau Zäch geleitet wird, singt zwar Lobeshymnen auf die Dame, aber das durchschaut nun wirklich Jeder. Resultat 92% wählen gar nicht.

  17. Sportpapi sagt:

    Noch besser wäre es, alle Stimmberechtigten per SMS oder so persönlich nach ihrer Meinung zu befragen… Ernsthaft: Offenbar stimmen bei den Jungen nur die ab, die sich mit der Abstimmung beschäftigen und sich schlau gemacht haben. Das hat nichts mit dem Abstimmungsverfahren zu tun, sondern mit Interesse. Und das fehlende Interesse ist tatsächlich alamierend. Andererseits: Machen sich in den oberen Jahrgängen wirklich alle schlau, worüber sie abstimmen? Es ist halt manchmal wirklich auch kompliziert, und da verfangen einfache Lösungen offenbar gut.

  18. Fred Niederer sagt:

    Der Satz: “sie sind weit besser vertraut mit der digitalen Welt als wir Alten” kann nur von einem Alten kommen, der gar keine Ahnung hat von der digitalen Welt, denn wer wirklich eine Ahnung hat, der weis, in der digitalen Welt gibt es keine wirklich sicheren Systeme.

  19. marcel sagt:

    Wollen die/wir Alten denn überhaupt, dass die Jungen fleissiger abstimmen und wählen?

  20. Adrian Engler sagt:

    Wie die Vereinfachung des brieflichen Abstimmens in verschiedenen Kantonen hätte E-Voting wohl eine geringe Auswirkung auf die Stimmbeteiligung (mit Eingabe von Codes etc. wäre es auch relativ kompliziert).

    Die meisten aktuellen E-Voting-Systeme (ohne Verifikation) würden aber den Glauben an die Demokratie untergraben. Man müsste denen, welche die Server verwalten, blind vertrauen. Anders als bei E-Banking fällt bei E-Voting niemandem auf, wenn falsch gezählt wird. Mit Zetteln können einzelne Stimmen gefälscht werden, aber Betrug im grossen Stil wäre mit E-Voting viel eher denkbar.

  21. Alex S. sagt:

    Ich bin 20 Jahre alt und stimme eigentlich bei jeder Abstimmung ab, da mich das ganze interessiert. Und wer es nicht mal hinkriegt sich im voraus über die ganze Thematik zu informieren und das Couvert in 5 Min auszufüllen und bei der Post einzuwerfen, der wird sich auch beim E-Voting keine Zeit nehmen.

  22. Bernard Zappie sagt:

    Immer wieder lustig, wie sich pensionierte Leutschenbach-Mitarbeiter bei den Jungen anbiedern bzw. es versuchen. Statt einfach zu akzeptieren, dass sich 80% der Jungen nicht für Politik interessieren. Diese Generation ist nun mal im Wohlstand aufgewachsen, kennt weder Krisen noch Entbehrungen. Also kümmert sie sich in erster Linie um sich selbst. Natürlich wird sich das ändern, durch private und politische Veränderungen. E-Voting brauchts dafür nicht.

  23. August sagt:

    Ich frage mich, was diese Polemik hier soll. Schlagen sie die Vox-Analysen der letzten sechs Abstimmungsdaten nach: die Stimmbeteiligung der 18-29-Jährigen war NIE über 22%. Dass dies “erst” jetzt, nach dem MEI-Ergebnis diskutiert wird, ist tendenziös. Wenn, dann hätte man wesentlich früher ansetzen müssen. Die Medien stellen sich nun als Sprachrohr wessen ein? Der Abstimmungsverlierer? E-Voting ist in Zeiten von Cyberattacken und Hackertum noch nicht ausgereift genug. Und mit unserem vorbildlichen Recyclingverhalten greift auch das Umweltschutzargument nicht. Also bitte, Junge, an die Urnen!

  24. Kurt Blaser sagt:

    Eines der Probleme sieht man auch ganz genau in diesem Artikel, kein einziges Wort wird über die “Briefliche Stimmabgabe” verloren, wie wenn sie nicht existieren würde(!) , dabei ist der Aufeand nicht grösser als bei e-Voting. Lediglich den Stimmrechtszettel unterschreiben, in das Couvert stecken und in den nächsten Briefkasten – fertig und völlig kostenlos. Wem dieser Aufwand zu viel ist sollte vielleicht auf sein stimmrecht verzichten, mit e-Voting wird garantiert nicht “überlegter” abgestimmt wenn`s nur schnell schnell gehen soll.

  25. Adrian Engler sagt:

    Es sollte auch zu denken geben, dass es vor allem Nicht-Informatiker und Menschen, die besonders wenig von Informatik verstehen, sind, die denken, ein zuverlässiges E-Voting-System sei möglich oder gar die jetzt an einzelnen Orten eingesetzten Systeme nach dem Prinzip “blindes Vertrauen” seien glaubwürdig. Unter Informatikern dürfte es schwierig sein, viele Menschen zu finden, die solche Ideen unterstützen.

    Ob es nach der Einführung von E-Voting tatsächlich zu Manipulationen käme, wissen wir nicht, und man würde es nicht wissen, weil man nicht nachzählen könnte; das Vertrauen wäre weg.

  26. Christian Bolliger sagt:

    E-Voting klingt toll, einfach und effizient. Leider sind die Risiken enorm:
    - Ein beträchtlicher Teil der privaten PCs ist gehackt, e-Voting muss das berücksichtigen.
    - Die gängigen Verschlüsselungsverfahren sind gebrochen oder mangelhaft implementiert (z.T. absichtlich)
    - Das Stimmgeheimnis ist nicht gewährleistet (siehe Abhörskandale)
    - Fremde Mächte können ein Interesse haben Abstimmungen zu manipulieren (Krim).
    - Ganz wenige Menschen haben die Kontrolle über den Abstimmungsausgang .
    U.a. deshalb setzt sich die ACM die grösste Standesorganisation der Informatiker gegen e-Voting ein.

    • Timo Widmer sagt:

      Was ist mir wohl wichtiger mein Bankkonto oder mein Abstimmungsresultat? Wenn das Risiko doch so untragbar hoch ist, wieso setzt sich dann die Standesorganisation der Informatiker nicht für die Abschaffung von E-Banking ein? Das Leben ist per se grundsätzlich riskant. Ich habe zwei Möglichkeiten: Ich verkrieche mich in meinem Bett oder ich rieche am Duft der grossen weiten Welt. Einerlei: “Es ist alles eitel”, meinte bereits Andreas Gryphius.

      • Fred Niederer sagt:

        @Widmer: Sofern ich E-Banking korrekt anwende, liegt das Risiko bei der Bank und nicht bei mir. Ich kann meine Transaktionen jederzeit nachprüfen. Gibt’s eine Transaktion die nicht von mir ist, kann ich reklamieren und sofern der Fehler nicht bei mir liegt (z.B. weil ich unsorgfältig mit dem Passwort umging) zahlt die Bank. Ich habs somit in meinen Händen.
        Beim E-Voting, kann der Bürger hingegen nie sicher sein, ob die Stimmen richtig zusammengezählt wurden. Man müsste ein paar wenigen (käuflichen) Spezialisten, die die Software und Hardware überwachen, vertrauen, dass alles rechtens ist.

      • Adrian Engler sagt:

        Der Vergleich mit E-Banking ist unpassend. Viele wissen auch unabhängig vom E-Banking-System, wieviel Geld auf einem Konto sein muss; wenn das E-Banking-System nicht richtig funktioniert, wird man das mit grösster Wahrscheinlichkeit merken.
        Es gehört dagegen zum Wesen von Abstimmungen, dass es abgesehen von der Auszählung keine Möglichkeit gibt, das Resultat zu kennen, also würde man bezüglich der Zuverlässigkeit im Dunkeln tappen.
        Es gäbe verschiedene Arten von Gefahren, einerseits Hacking, andererseits Missbrauch durch die wenigen Personen, die das System betreiben.

        • Gachabamba sagt:

          @Niederer: falsch, das Risiko beim E-Banking liegt beim Kunden. Wie bei allen von den Banken angebotenen Dienstleistungen. Um den Kunden jedoch nicht zu vergraulen, da die Kosten von Bancomaten und Schalter klar um einiges höher sind, sind die Banken so kulant und haften für erfolgte Schäden bzw. schützen deren Systemen mit komplzierten Mechanismen selber und schlussendlich auch den Kunden.

          • Fred Niederer sagt:

            Hm, was wollen Sie jetzt sagen Herr Gaschabamba? Liegt das Risiko in der Praxis etzt bei der Bank oder beim Kunden? Was in diesem Fall zählt, ist ja die Praxis. Und klar, wäre Passwörter usw. liegen lässt oder per E-Mail weitergibt, darf zurecht keine Kulanz erwarten.
            Wo der eigentliche Unterschied zwischen E-Banking und E-Voting liegt, hat Engler oben dran sehr gut aufgezeigt. Natürlich ist E-Banking nicht ohne Risiko, aber zumindest sehe ich wenn etwas passiert und über Kontolimiten kann ich das Risiko einschränken.

  27. Oreg Meyer sagt:

    Die Alten sollten nicht nur die “Vorteile [der Informatik] erkennen und auch nutzen” sondern sich vor allem auch mit den Gefahren auseinandersetzen. Hätte Herr Schaller das getan, wüsste er, dass E-Voting eine Reihe von demokratischen Anforderungen nicht erfüllt, allen voran die Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit der Auszählung. Diese Schwächen haben das Potential, das Vertrauen in die Demokratie nachhaltig zu stören. Darüber hinaus ist E-Voting teuer und löst kein wichtiges Problem.

  28. Maik Schärer sagt:

    Die Jungen sind vertraut mit der NUTZUNG der digitalen Medien, aber nicht mit ihren Gefahren und Risiken. Die Erfahrung im E-Banking zeigt: Das grösste Risikio zum Missbrauch sitzt vor dem Bildschirm.

    Bereits letzten Juli hat ein Auftragshacker in Genf gezeigt, wie einfach ein PC per Virus infiziert und die abgegebene Stimme dann manipuliert werden kann (suche “Voting” oben rechts). Dies ist aus Erfahrung problemlos im grossen Stil möglich, es können mehrere Zehntausend Stimmen gefälscht werden, ohne dass es jemand merkt. Wer unter diesen Umständen E-Voting einführen will, handelt fahrlässig.

  29. Erich Zgraggen sagt:

    E-Voting wäre absolut der heutigen Zeit angepasst. Jedoch gibt es andere wichtigere Schritte, welche in unserer direkten Demokratie vorher untersucht und angepasst werden sollte.
    - Initiativen, mindestens 200’000 Unterschriften (schliesslich ist die Bevölkerungszahl auch verdoppelt worden)
    - Keine Abstimmungen mehr über so wichtige Themen, da der Normalbürger kaum die Details und die Konsequenzen abschätzen kann (für das Wählen wir ja eigentlich Politiker)
    - Aufhebung des Ständemehrs und Standesinitiative, oder eine der Bevölkerung entsprechende Anpassung (3 Stände = 1 Stimme oder so)

  30. Selbst Unwissende und Ungläubige dürften nach all den Enthüllungen rund um Datenspionage und eingebaute Hintertüren durch Hersteller wissen, dass keine, wirklich keine Datenkommunikation sicher vor Manipulationen ist.
    Wenn jetzt Journalisten und Unternehmensberater eine schnelle Durchsetzung von E-Voting fordern / befürworten, gibt man ein hochsensibles Abstimmungssystem der Manipulation durch Dritte preis. Junge sollen nicht nach Facebookmanier i like oder i like not abstimmen und wählen, sondern dann wenn der politische Reifeprozess einsetzt. Alles andere ist digitale Leichtgläubigkeit!

  31. rudolf ballmer sagt:

    Das Stimm- und Wahlrecht ist ein überaus hohes Gut, auf das die Menschheitsgeschichte tausende von Jahre warten musste und das bis heute nicht selbstverständlich ist. Es muss auch durch die Form abgehoben werden von irgendwelchen banalen Online-Umfragen. Die Message muss sein: Hier passiert etwas wichtiges. Hier hast du eine grosse Verantwortung. Nicht als Rechter, sondern als Linker freue ich mich jedesmal über die tolle Athmosphäre im Quartierschulhaus beim Urnengang, Wer zu faul ist, für sein Bürgerrecht 500 Meter zu laufen und 5 Zettel auszufüllen hat es nicht verdient.

  32. Meier Pirmin sagt:

    “Wir Alten”, Anton Schaller, haben es nicht in der Hand, die Jungen zum Wählen zu veranlassen. Selbstverständlich könnten e-Voting-Spezialisten für ihre Parteien, wenn sie es richtig machen, ein paar tausend zusätzliche Stimmen zu generieren. Noch was: von denjenigen, die am 9. Februar Ja stimmten, aber 1970 und 1974 schon stimmberechtigt waren, stimmten die Mehrheit damals Nein zu den Überfremdungsinitiativen. Wie die heutigen Jungen übrigens wirklich gestimmt haben und warum nicht, ist wegen der sowieso manipulativen Statistik und deren monopolisierter Auslegung in Wahrheit unbekannt.

  33. Roland K. Moser sagt:

    Es ist allerhöchste Zeit, das E-Voting via Initiative in der Verfassung zu verbieten. Zumindest für 20 Jahre. Wenn es dann sichere Lösungen gibt, kann man nochmals darüber diskutieren.
    Wenn jemandem die Motivation fehlt, schriftlich abzustimmen, wird er es auch elektronisch nicht tun.
    Als nächstes kommt Herr Schaller dann mit der Idee, die Alkoholpreise zu senken, damit sich die Jugendlichen auch mehr zudröhnen können.

  34. Martin Cesna sagt:

    1. Ein Staat ist wie ein Auto: Es hat zu funktionieren, oder weg damit. Abstimmungen sind kein Ersatz für eine fehlende Steuerung durch die Regierung.
    2. Es gibt eine untere Grenze, wo Demokratie verkommt, wenn die Abstimmungsthemen zu banal werden. Bürokratischer Kleinkram gehört in die Verwaltung und in die Ausführungsverordnungen und nicht an die Urne.
    3. Urnengänge sind ähnlich wie Autoservice: je häufiger, desto lästiger, da es nicht unbedingt für das Auto spricht.

  35. Jürg Broch sagt:

    Mir erschliesst es sich nicht ganz, wieso es Herr Schaller offenbar für erstrebenswert hält, unser Land von der NSA oder anderen Geheimdiensten mit der nötigen Hacker-Kapazität regieren zu lassen… Oder ist sein seltsamer Artikel vielleicht eher einem digitalen Analphabetentum geschuldet?

  36. Adrian Engler sagt:

    Über verschiedene Arten von Risiken bei E-Voting wurde von verschiedenen Personen geschrieben. Selbst wenn in Wirklichkeit keine Manipulationen vorkämen, könnte man Verdächtigungen nicht überzeugend widerlegen. Die Akzeptanz der Resultate und das Vertrauen in die Demokratie würde abnehmen.

    Welche Vorteile von E-Voting stehen diesen schwerwiegenden Nachteilen gegenüber? Wenn man sich einloggen und Sicherheitscodes eingeben müsste, ginge das kaum viel schneller als wenn man einen Abstimmungszettel ausfüllt, in einen Umschlag steckt und in einen der vielen Briefkästen wirft.

  37. B. Gautschi sagt:

    Bin selber erst 21 und stimme immer ab. Die meisten meiner Kollegen ebenfalls. Bin strikter Gegner des E-Votings, spätestens seit den NSA-Enthüllungen sollte jedem klar sein, dass unsere elektronischen Abstimmungen einfach zu manipulieren sein werden. Damit könnte unser Land im Nu in ein riesen Chaos geführt werden. Bin überzeugt, dass sobald unsere Politik die Volksentscheide wieder umsetzt und endlich die Sachpolitik (wieder) in den Vordergrund gestellt wird, auch die Stimmbeteiligung wieder höher sein wird.

  38. Erich Kaufmann sagt:

    Zeitaufwand: den größten Teil der Zeit geht mit der Information vorüber, das ausfüllen ist bei beiden auch in etwa gleich.

    Papier: kann mit unnötiger Werbung gegen den Willen des Empfängers mehr gespart werden.

    Energie: nur schon eine Google Anfrage frisst soviel Strom wie eine 40W Lampe in einer Std. verbraucht.

    Manipulation: Wer das grössere Budget aufweist kauft sich die besten Informatiker/Hacker.

    Privatsphäre: Beim e-Voting kann ihre Stimme personalisiert werden und ist daher einfacher, sie, als bis jetzt pers. zu erfassen.

    e-Voting beschleunigt nur den Tod der direkten Demokratie!

  39. Max Bader sagt:

    Das Ausfüllen des Abstimmungs-Couvert ist idiotensicher und genau noch erklärt. Zur Abstimmung genügt es, das Couvert in den nächsten Wochen in einen Briefkasten zu werfen. Der Aufwand und der Kompliziertheitsgrad sind jetzt schon sehr klein. Wahrscheinlich wäre die elektronische Abstimmung aus Sicherheitsgründen sogar komplizierter als die briefliche Abstimmung. Wenn jemand nicht abstimmen will, so ist das zu respektieren. Wer das ändern will, sollte sein Umfeld politisch sensibilisieren.

  40. Oliver van der Waerden sagt:

    Elektronisches Abstimmen öffnet Manipulationen Tür und Tor, verdächtige Resultate können schlichweg nicht überprüft werden, egal, welche Sicherheitsmechanismen dabei eingebaut werden.
    Unsere sauberen demokratische Strukturen dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Hier sollten wir den Jungen eher Vorbild sein, als uns an ihrer Bequemlichkeit auszurichten.
    “Lebe mit deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf; leiste deinen Zeitgenossen, aber was sie bedürfen, nicht was sie loben.” F. Schiller

    • Fred Niederer sagt:

      Es ist ein wesentlicher Unterschied ob eine kleine Gruppe, aufgrund spezieller Umstände, elektronisch abstimmt oder ob das alle machen und ja auch Papierstimmen kann man fälschen. Diese in grossem Massstab in die gleiche Richtung zu manipulieren ist aber wesentlich schwerer. Beim E-Voting hingegen braucht es nur 1 Mann der an der richtigen Stelle ins System greift oder den man eingreifen lässt

  41. Christoph Bögli sagt:

    Es wird hier grosszügig ignoriert, dass E-Voting längst Realität ist in der Schweiz! Auslandsschweizer können seit längerem in diversen Kantonen online abstimmen, vermutlich einige tausend Stimmen werden also bereits bei jeder Abstimmung elektronisch abgegeben. Was so weit funktioniert und für die Betroffenen überaus praktisch ist.
    Wobei man natürlich den Sicherheitsaspekt nicht vergessen sollte. Allerdings ist die Anfälligkeit für Manipulationen kaum höher als bei der Briefwahl, ebenso die fehlende Überprüfbarkeit ob nicht bei der Registrierung eingeschickte Stimmzettel ausgetauscht werden..

    • Adrian Engler sagt:

      Bei der Briefwahl können einzelne Stimmen gefälscht werden. Das kam schon vor, und man wird es kaum mit hundertprozentiger Sicherheit verhindern können. Bei E-Voting kann jemand, der Zugang zum System hat (sei es ein Hacker oder ein offiziell Zuständiger, der das System missbraucht), dagegen ein Resultat produzieren, das weit von dem, wie abgestimmt wurde, entfernt ist, und bei Zweifeln könnte man nicht nachzählen. Mit Abstimmungen auf Papier sind solche umfangreiche Manipulationen kaum möglich, zu viele Personen müssten involviert sein, damit das unentdeckt bliebe.

  42. paul summermatter sagt:

    E-Voting ist keine Lösung für das Problem. Der zentrale Punkt liegt in dem desolaten Staatskundeunterricht an den Schulen. Wenn die “Mobile” Generation glaubt, dass Wohlstand und Demokratie ohne Engagement möglich ist irrt sie gewaltig. Das gilt nicht nur für den Elektriker aus Urdorf – sondern gerade auch für viele Studenten der ETH und Uni Zürich. Abstinenz ist der Totengräber der Demokratie. Sieht man in der Ukraine ganz schön. Politische Parteien mögen nicht “cool” sein – sie erfüllen aber ganz wesentliche Pflichten eines Staates.

  43. Cornelia Pfister sagt:

    Ich vertraue dem E-Voting überhaupt nicht. Wenn Junge nicht abstimmen gehen dann ist es halt so – Ihr Pech wenn sie dann mit einem Entscheid nicht einvestanden sind. Die Wahl mittels Stimmzettel ist mehr nachvollziehbar und evt. Manipulationen können aufgespührt und festgestellt werden.

  44. bernhard moser sagt:

    Klar wäre E-Voting wünschenswert, weil dies noch eine 2 Gruppe bei der MEI bevorteilt hätte um die es hier eigentlich geht, aber die Jugend vorgeschoben wird: die Auslandsschweizer!
    Fakt ist einfach ca. 70% der Auslandsschweizer haben noch einen 2. Pass und sie wären auch gegen die MEI gewesen.
    Ich habe einfach ein wenig Bauchweh, wenn ich daran denke, dass die NSA plötzlich die Abstimmungsmeinungen z.B. von Anton Schaller veröffentlichen könnte, was aus meiner Sicht schlimmer wäre als das Ende des Bankgeheimnis.

  45. Martin Akeret sagt:

    Die Stimmbeteiligung wird kaum steigen. Eher nimmt die briefliche Stimmbeteiligung zu Gunsten der elektronischen Stimmbeteilugung ab. Die Jungen enthalten sich der Stimme, weil sie erstens “besseres” zu tun haben als sich mit der Materie auseinanderzusetzen, zweitens, weil es den meisten materiell recht gut geht und sie zufrieden sind. Der Wert einer Stimme steigt aber stetig, denn der Anteil jener, die nicht sitmmen wollen oder dürfen wächst. Daher mein Rat: Geht abstimmen! Oder gleich in die Politik einsteigen. Dort ist man um Nachwuchs froh, was den Gestlatungsspielraum für Neulinge erhöht.

  46. M. Nussbaum sagt:

    Es wird Zeit, dass E-Voting endlich flächendeckend eingeführt wird. Es gab z.Bsp. im Kanton Zürich Versuche, die erfolgreich abgeschlossen wurden, aber nach dem Versuch ist das E-Voting einfach wieder verschwunden. Man wartet auf Richtlinien des Bundes, damit schweizweit das selbe System eingeführt werden kann. Hier sollte dringend vorwärts gemacht werden, bei der Steurerklärung funktioniert’s ja auch tadellos.

    • Ruedi sagt:

      Die Jungen stimmen deshalb nicht, weil sie zu bequem sind, sich mit der Materie auseinander zu setzen. Das liegt aber auch an unseren Schulen. Offenbar stimmt mit dem Staatskundeunterricht etwas nicht mehr. Und die Steuererklärung ist kein Vergleich da dies keine Wirkung auf Gesetze hat.

      • M. Nussbaum sagt:

        Also bei der Steuererklärung müssen ähnlich hohe Sicherheitsstandards gelten, da ja Personendaten und personenbezogene Finanzdaten übermittelt werden. Heutzutage ist es technisch problemlos machbar Fälschungen gleich gut auszuschliessen wie beim brieflichen Abstimmen.

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