Politblog
Fabian Renz am, Freitag 4. April 2014

Im Kampf gegen unsere Triebe

Was ist ein Pädophiler? Er ist, vor allem einmal, nicht a priori ein Straftäter. Die Befürworter der «Pädophilen-Initiative», über die im Mai abgestimmt wird, fordern automatische, lebenslängliche Berufsverbote – und rühren ein populistisches Begriffsgemisch von «Pädophilen» und «Kinderschändern» an. Dabei werden viele Betroffene nie delinquent und führen einen lebenslangen Kampf gegen ihre Regungen, wie eindrückliche Porträts im «Tages-Anzeiger» oder in der «Zeit» zeigen.

Doch es gibt auch in diesen Berichten etwas, das befremdet. Allzu oft klingt im O-Ton der Porträtierten ein weinerlicher Unterton an: Wer pädophile Neigungen unterdrücken muss, trägt ein grausames Los und verdient Mitleid. Ist das wirklich so? Allenfalls kann man zustimmen, wenn das sexuelle Interesse an Kindern das perverse Ergebnis einer Missbrauchserfahrung am eigenen Leib darstellt. Das kommt gar nicht einmal selten vor. Im Grunde aber ist gezügelte Pädophilie einfach nur ein weiterer unserer täglichen Beiträge zur Zivilisation. Denn Zivilisation entsteht eben dort, wo wir erfolgreich gegen Triebe kämpfen.

Und zwar selbst gegen harmlose. Ich erinnere mich an einen Professor, der während der Vorträge von uns Studenten herzhaft zu gähnen pflegte. Auch Nilpferde gähnen, auch ich gähne, und den Spannungsgehalt unserer Vorträge bewertete ich schon damals illusionsfrei. Trotzdem war ich pikiert, nicht als einziger. Der Professor lebte seinen Trieb aus und verstiess gegen das zivilisatorische Gebot der charmanten Lüge: Das Interesse am Gegenüber ist, wo nicht vorhanden, doch wenigstens überzeugend vorzutäuschen.

Kultur und Zivilisation sind die freundliche Knastwache unserer körperlichen Bedürfnisse.

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Kein Recht auf Triebabfuhr: Fussgängertafeln in Biel. Foto: Keystone

Kultur und Zivilisation sind die freundliche Knastwache unserer körperlichen Bedürfnisse. Andere Gesellschaften halten es da strenger als wir. In Japan gilt es als grober Verstoss gegen die Etikette, vor anderen Leuten in ein Nastuch zu schneuzen. Natürlich darf man den Schneuztrieb auch im Fernen Osten ausleben, abseits der Öffentlichkeit. Daneben gibt es aber Triebe, deren Vollzug wir höchstens der Tierwelt noch zugestehen. Hundebesitzer wissen, was geschieht, wenn Rex und Hasso sich nicht leiden können: Zuerst wird geknurrt, dann zugebissen. Den Trieb kennt auch, wer auf zwei Beinen durchs Leben geht. Eine ganz und gar unausstehliche Person zu ohrfeigen oder wüst zu beleidigen, mag bisweilen Befreiung versprechen. Aber wie schauderhaft wäre unser Alltag, diesem Drang würde flächendeckend nachgegeben. Und wie entwürdigend sind etwa jene Fotos, wie sie uns regelmässig aus italienischen Parlamenten erreichen: Volksvertreter, die mit Fäusten aufeinander losgehen – Rex und Hasso im Massanzug.

Es gibt kein Recht auf Triebabfuhr, und gerade der sexuelle Bereich ist durch die Zivilisation seit je normiert. Bei der Pädophilie hat man mit guten Gründen die engstmögliche Schranke gezogen: Alle Freiheit beschränkt sich hier auf jene der Gedanken (wer kann sie erraten?). Gegenüber Menschen, die sich innerhalb dieser Grenzen halten, ist Mitleid nicht angebracht – genauso wenig wie dumpfe Abneigung.

Diese auszuleben, ist im Übrigen ein Trieb übelster Sorte. Und wenn es nur an der Urne geschieht.

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Fabian Renz ist Redaktor beim «Tages-Anzeiger».
Fabian Renz est journaliste au «Tages-Anzeiger».

47 Kommentarecommentaires zusur “Im Kampf gegen unsere Triebe”

  1. Irene feldmann sagt:

    Zivilisation entsteht dort wo wir erfolgreich gegen die Triebe kämpfen????? Da bin ich ABSOLUT nicht einverstanden. Die Definition von Zivilisation entspricht dem nicht. Ich finde auch das die pädophile in diesem Kontext nicht angebracht ist.

    • Dante sagt:

      Recht haben Sie, obwohl man manchmal den Eindruck gewinnt, dass eine Unterdrückung des Blogschreibe-Triebs durchaus ein Beitrag zur Zivilisation sein könnte…

    • DRAGON sagt:

      Liebe Irene feldmann,
      Triebe duerfen eben nicht unterdrueckt werden, sondern in andere Bahnen geleitet werden, Triebe muessen sind da, sonst waere unser Planet wie vor Millionen Jahren. Der Trieb ist ein Naturgesetz, sonst koennten Sie auch nicht die schoenen Blumen bewundern. Die fehlgeleiteten Triebe muessn korrigiert werden, was leider auch die meisten Psychologen noch gar nicht verstehen was ein Trieb ist, dort muss angesetzt werden. Was nuetzt es jemand einzusperren, wenn nicht geholfen wird seine Triebe in etwas nuetzliches UMZUSETZEN. Trieb ist was uns noch am Leben erhaelt.

  2. Vollenweider sagt:

    Ich habe im zitierten Artikel des Tagi keinen Wunsch nach Mitleid herausgelesen. Würde sich die “Ablehnung” – was für ein Euphemismus für den Hass, der Pädophilen entgegentritt – in Respekt für die erbrachte zivilisatorische Leistung wandeln, müssten wohl auch keine solche Artikel erscheinen.

    Und dass die lebenslange und komplette Unterdrückung des Sexualtriebs Respekt verdient, dürfte nicht bestritten sein.

  3. Pascal von Arb sagt:

    Ich finde den Vergleich pädophiler Neigung mit einem gähnenden Professor ziemlich unangebracht: Gerade der sexuelle Trieb ist ein sehr starker Trieb und so sehr ich auf einer gewissen Ebene Mitleid mit Menschen mit pädophiler Neigung habe – nämlich dass sie für diese fehlgeleitete Lust nichts dafür können – so steht für mich der Schutz unserer Kinder und damit den Schwächsten unserer doch zivilisierten Gesellschaft an allererster Stelle! Ich will und werde Pädophile nicht alle in einen Topf werfen aber ich werde nich zögern alles Mögliche zu unternehmen, unsere Kinder zu schützen!

  4. Wieder ein so populistischer Text. Die initiative unterscheidet nicht von einem 6 jährigen und 16 jährigem “Kind”. Dann muss einmal erklärt werden, was man unter einem Kind versteht. Bis wann ist ein Kind ein Kind, wann wird ein Kind ein Jugendlicher. Alle in einen Topf zu werfen schadet der Idee und verschlimmert nur noch alles. Die heutigen Gesetze reichen völlig aus. Triebunterdrückung als edel zu bezeichnen, so was kann nur jemand behaupten wenn es nicht die eigenen sind. Das dies frommes Wunschdenken ist zeigt die kath. Kirche sehr anschaulich und die geben sich nun wirklich Mühe.

  5. Ellen Key sagt:

    Wenn es mein Trieb wäre fremde Füdli anzufassen, dann renne ich nicht umher und greife mir das erstbeste. Man macht es einfach nicht. Andere können auch nicht immer den sexuellen Trieb ausleben. Die gehen aber nicht zur Presse und heulen sich aus und wollen Mitleid. Im besagten Artikel hiess es, dass ein normaler Einkauf schon die totale Herausforderung ist. Das ist schon extrem. Egal wie sich Pädophile selbst sehen, der Schutz der Kinder geht vor. Und bitte nicht über “wann ist ein Kind noch ein Kind – mit 6 oder 16″.

    • Pascal von Arb sagt:

      Das sehe ich auch so, Frau Key! Und es geht bei Pädophilie ja grundsätzlich nicht darum, den Trieb zu verurteilen oder zu kriminalisieren, vorallem wenn es ja kein Eigenverschulden ist, sondern es geht darum, was die Betroffenen aus der sicher undankbaren und schwierigen Situation machen. Es sind unsere Taten, die uns zu den Menschen machen die wir sind und nicht unsere Neigungen. Wenn unsere Taten anderen Leid zufügen, auch wenn man eine unverschuldet gestörte sexuelle Begierde hat, so gehören die Opfer und potenziellen Opfer geschützt – und Kinder, die sich nicht wehren können, erst recht!

    • Martin Frey sagt:

      Kann Ihnen beiden nur beipflichten. Jeder Mensch hat seine Triebe, und es ist sicher Teil unser Zivilisierung dass wir mit diesen umzugehen lernen. Ansonsten ist man eine Bedrohung für die restliche Bevölkerung, und das bezieht sich nicht nur auf Pädophile. Was aber gar nicht geht ist diese moralintriefende Selbstbemitleidung. Keine Spur von echter Empathie für die Opfer, dafür menschliche Gefühle für sich selber und sein armes Schicksal heischend. Dies ist genau das Muster, wie viele Pädophile hochmanipulativ teils über Jahre mit Missbräuchen davonkommen. Wer das wiedererkennt ist angewidert.

      • Markus Burri sagt:

        “dafür menschliche Gefühle für sich selber und sein armes Schicksal heischend”; meine Rede auch bei der Homosexuellenlobby, die uns ihre Triebe als gut und natürlich verkaufen will. Eine Minderheit, die ihre perversen (=verdrehten) Triebe mittels obligatorischem Sexualunterricht unseren Kindern schmackhaft machen will. Auch eine Art von Pädophilie.

        • Martin Frey sagt:

          Das ist jetzt ein gefährlicher Vergleich den ich gar nicht teile, Hr. Burri. Homosexualität gilt heute als Spielform der Erwachsenensexualität und hat mit Pädophilie soviel zu tun wie Heterosexualität. Mit Betonung Erwachsenensexualität. Denn mit anderen Worten, Sie Hr. Burri, müssen Homosexuelle nicht mögen. Sie müssen aber akzeptieren dass das der freie Wille zweier erwachsenen Menschen ist, so zu leben.
          Wenn schon ist die einzige Analogie, dass es heute wie bereits in den 80er Jahren Leute gibt, die eine analoge gesellschaftliche Rehabilitierung und damit Akzeptanz für Pädophile anstreben.

          • Beat sagt:

            Wieso sollte jetzt das von Hr. Burri ein gefährlicher Vergleich sein? Wenn Homosexualität als Spielform der Erwachsenensexualität gilt, wieso sollte Pädophilie nicht auch dieses Prädikat beanspruchen? Weil das Objekt der Begierde nicht erwachsen ist? Na und? der Betroffene könnte ja z.B. erwachsen sein. Es steht meines Erachtens auch heute noch jedem Menschen frei Homosexualität als Verirrung anzusehen, solange daraus keine Diskriminierung erwächst. Somit kann es eben doch mindestens eine weitere Analogie geben.

    • Paolo Martinoni sagt:

      Absolut einverstanden, der Schutz der Kinder geht vor. Ohne Wenn und Aber. Ihre übrigen Aussagen bzw. Unterstellungen finde ich hingegen überaus unsympathisch bzw. ungerecht. Woher wissen Sie, dass der interviewte Mann.Mitleid will? Es handelt sich lediglich um eine Mutmassung Ihrerseits, deren Beweis gänzlich fehlt. Und warum sollte ein normaler Einkauf für ihn NICHT die absolute Herausforderung sein? Nur weil es Sie stört? Naja …

      • Ellen Key sagt:

        Weil die Mehrheit es schafft einkaufen zu gehen und weil die Empathie dem Kind gegenüber fehlt oder ausgeblendet wird. Es ist “der Engel”. Ich kann einkaufen gehen, ohne jedes männliche Wesen mit George Clooney zu verwechseln. Klappt super.

        • Paolo Martinoni sagt:

          Schön, dass es für sie mühelos klappt. Dabei vergessen Sie aber, dass es unzählige Menschen gibt auf Erden, die mit dem Leben und seinen vielen Anforderungen extrem hadern, obwohl auch sie sehr gerne konfliktfrei leben würden. Der Mensch ist alles andere als eine perfekte Maschine, eher das Gegenteil. Schauen Sie sich an, wie viele Arzt-, Psychiatrie- und Therapie-Praxen es gibt im Kanton Zürich. Die Aussage: “Klappt super” zeugt nur von Weltfremdheit!

      • Martin Frey sagt:

        Natürlich hat der Mann das nicht so direkt formuliert, Hr. Martinoni. Trotzdem trieft der Artikel meines Erachtens davon, zumindest zwischen den Zeilen. Und dass ein normaler Einkauf für ihn eine riesige Herausforderung ist glaube ich ihm gerne. Es sollte aber nicht so sein, er ansonsten zumindest eine potentielle Bedrohung für Kinder darstellt. Und genau darum denke ich Hr. Martinoni, sollten solche Leute einfach nicht mit Kindern unbeobachtet arbeiten dürfen. Nie und unter keinen Umständen. Mehr wollen wir nicht. Das Kindswohl steht über allem.

        • Paolo Martinoni sagt:

          Ja, Kinder sollten davor unbedingt geschützt werden, da bin ich mit Ihnen einig. Wie bereits gesagt: Ohne Wenn und Aber. Meine Kritik galt etwas anderem (den Unterstellungen von Frau Key).

    • Ellen Key sagt:

      Uebergriffe auf Kinder sind hochgradig manipulativ. Da finden Uebergriffe statt und dann sitzen alle am Sonntagstisch und tun so als ob nichts ist. Schweigen und streiten alles ab bis ins Grab. Die Opfer brauchen manchmal ein Leben um alles zu verarbeiten. Und dann bekommen Täter eine Plattform um ihre Sicht der Dinge zu erzählen. Und verklären das Opfer als “kleinen Engel”, wie im Artikel. Ich kann nachvollziehen, dass es für Täter schwierig ist, es ist mir aber egal. Das eigene Kind sowas erleben sehen zu müssen, bricht einen als Vater oder Mutter. Es ist das Schlimmste überhaupt.

      • Paolo Martinoni sagt:

        Ich persönlich finde es gut, dass der Tagi auch solche Menschen zu Wort kommen lässt. Auch Carlos hätte man eine Plattform geben sollen, um seine Sicht der Dinge zu erläutern. Nicht nur jenen – davon gibt es immer mehr hierzulande -, die zur Lynchjustiz aufmuntern.

    • Liebe Ellen Key, Ihre Angst in Ehren. Wollen oder können Sie nicht verstehen, dass es einen wesentlichen Unterschied gibt von einem Kind von 6 oder 16 Jahren. Kinder sollen geschützt werden, Jugendliche können und müssen fähig sein gewisse Dinge selber zu entscheiden. Alle Kriminalisieren, dass bringt nur viel Unglück. Lesen Sie bitte auch die Meinung der Gegner dieser dummen Vorlage die aus dem Bauch geboren wurde. Vielleicht gehen Ihnen die Augen auf, dass da völlig über das Ziel hinaus geschossen wird. Viele junge Menschen werden unnötig kriminalisiert werden. Kein Amerika bitte!!!!!

    • R. Beer sagt:

      Den Abschnitt, in dem ein Einkauf als Qual dargestellt wird, fand ich auch eigenartig. Meine sexuelle Orientierung ist heterosexuell und richtet sich auf Erwachsene und es ist für mich überhaupt kein Problem, auf potentielle Geschlechtspartner zu treffen und seien sie noch so attraktiv, ohne Übergriffe auszuüben oder mich ihnen auch nur mit sexuellen Absichten zu nähern. Hier geht es nicht um die sexuelle Orientierung, sondern um das Achten der Integrität und Selbstbestimmung eines anderen Individuums.

  6. Fred Niederer sagt:

    Haltet jetzt einfach mal den Ball flach. Die Initiative gefährdet weder die berufliche Existenz noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung von straffällig gewordenen Pädophilen. Sie verbietet einzig, dass straffällig gewordene Pädophilen keinen Beruf und keine Freizeitbeschäftigung mehr mit Kindern ausüben dürfen. Es gibt hunderte Alternativberufe wo man nicht mit Kindern arbeiten muss und es gibt hunderte Alternativhobbys wo man nicht mit Kindern zu tun hat, ….. Das ist doch keine echte Einschränkung.

    • Bosshard sagt:

      Eigendlich hatte ich vor JA zu stimmen. Nun aber eher nicht mehr, je mehr Details ans Licht kommen.
      Mehr als bedenklich ist es das dann Jugenliche oder Minderjährige auch unter diesen Begriff fallen können.
      Da muss ich mich Fragen, verdummen wir wie die USA auch so das dann plötzlich eine Jugendliebe oder Doktorlis in diesen Begriff fallen und Kinder in Handfesseln abgeführt werden und anschliessend kaputt Therapiert werden.Und doch natürlich kann dies dann folgen für den beruflichen Werdegang eines Kindes/Jugendlichen haben und dies nur weil das Gesetzt zu Flexibel zuschlagen kann!

      • Fred Niederer sagt:

        @Bosshard: Jetzt bringen Sie aber ziemlich viel durcheinander. Wenn ein 19jähriger (Erwachsener) mit einer noch nicht ganz 14jährigen (Kind) etwas hat, dann wird das bereits heute von Amtes wegen verfolgt und bestraft (nur den Erwachsenen) und zwar unabhängig ob es im gegenseitigem Einvernehmen war oder nicht. Die Initiative ist bezüglich des Berufsverbotes in solchen Fällen unklar ausgedrückt. Wenn man aber den SInn der Initiative verstehen will, so weiss man, dass solche Fälle nicht gemeint sind.

  7. heidi reiff sagt:

    Ich war mal Alice Miller Fan, ich habe alle Bücher von ihr gelesen, sie hatte auch einen Blog zusammen mit Barbara Rogers, in einer Euphorie hab ich mal alle Kommentare der Leserinen und Leser ausgedruckt, da haben auch Männer geschrieben, dass sie als kleine Buben von ihren Müttern sexuell missbraucht wurden, das gibt’s auch, das ist noch oft im hier und jetzt ein Tabuthema,- hab und hatte immer Mühe mit Gender Bender , der sog. Oedipuskomplex von Sigi Freud ist längst wiederrufen

    PS. Ich finde Sexua -l unterricht gehört einfach nicht an die öffentliche Schule …..

    • Ellen Key sagt:

      Ja klar. Bloss die Kinder nicht aufklären. Dann finden sie ewigs keine Worte dafür, falls mal etwas mit Ihnen geschieht. Man soll so früh wie möglich damit anfangen. Altersgerecht natürlich.

  8. Bernhard Piller sagt:

    Ich halte das Bild für völlig unangebracht. Wenn ein Mann ein Kind an der Hand führt – genau so wie wenn eine Frau ein Kind an der Hand führt – hat nichts mit Pädophilie zu tun.

  9. Leonie Schwarz sagt:

    “Es gibt kein Recht auf Triebabfuhr”. Meine Worte! Warum tolerieren wir dann heutzutage noch die Prostitution?? Aber offenbar haben angeblich “normale” Männer ein Recht darauf, ihren Trieb in den Körperöffnungen fremder Frauen (meist solcher in finanziellen oder anderen Notlagen) zu befriedigen!

    • Sportpapi sagt:

      Weil es ein Recht gibt, eine Dienstleistung zu verkaufen. Und das Recht des Nächsten, diese Dienstleistung zu kaufen. Handlungsfreiheit und Entscheidungsfreiheit nennt sich das. Alles andere wäre Vergewaltigung. Und Sie wollen ja nun nicht aus jedem einvernehmlichen Sexakt eine Vergewaltigung konstruieren, nur weil Geld im Spiel ist statt einer anderen Gegenleistung.

      • Frida Bändig sagt:

        Was ist mit dem ganzen Frauenhandel der dahinter steckt? Nicht jede Frau, die anschaffen geht, macht dies, weil sie es will, sondern weil eine kriminelle Mafia dahinter steckt und die ist alles andere als zivilisiert und das Ganze ist alles andere als einem zivilisierten Staat würdig, bzw. es menschenverachtend und Frauen missbrauchen. Wenn eine Frau ohne die Mafia oder einem gewalttätigen (psychisch oder physisch)Mann dahinter, anschaffen geht, ist es eine Dienstleistung so wie sie es sagen.

        • Patrick Leonardi sagt:

          Nicht jede Frau, die anschaffen geht, macht dies, weil eine kriminelle Mafia dahinter steckt, sondern weil sie es will. – Und sei es nur, um Geld zu verdienen. Ich arbeite auch, um Geld zu verdienen, und lange nicht alles, was ich mache, mache ich supergern…

    • Martin Frey sagt:

      Prostitution ist ein ökonomischer Handel zwischen Erwachsenen. Erwachsenen, wohl gemerkt, die damit nicht nur einverstanden sind sondern in vollem Bewusstsein ihre Dienste dafür anbieten, resp. diese suchen. Sehen Sie den Unterschied, Fr. Schwarz?

  10. Paolo Martinoni sagt:

    Mit einem Menschen, der – aus welchen Gründen auch immer – seine Sexualität zeitlebens nicht ausleben kann bzw. auf die Erfüllung seiner Begierde verzichten muss, habe ich durchaus Mitleid. Egal, ob er sich dies wünscht oder nicht. Egal, ob es angebracht ist, Mitleid zu haben oder nicht. Egal, ob er damit einen Beitrag zurm Fortschreiten der Zivilisation leistet oder nicht. Der Verzicht auf sexuelle Befriedigung ist nicht vergleichbar mit dem Verzicht auf ein Stück Schokolade, weil der Mensch in seinem Kern, in seiner Essenz ein sexuelles, wohl aber kein “schokolades” Wesen ist.

    • Ellen Key sagt:

      Man kann auf Sex verzichten. Man kann aber nicht auf seine Kindheit verzichten.

      • Urs Hess sagt:

        Nein. Auf Sex kann man nicht verzichten. Dies ist höchst unrealistisch. Vielleicht können das einige. Sicher gibt es einige, die das nicht können! Unabhängig von der Veranlagung, Orientierung oder Verwirrung.

  11. Franziska sagt:

    Der Vielfalt von dem, wovon wir uns sexuell angezogen fühlen können, ist keine Grenze gesetzt. Vom Radiowecker bis zum Tentakelmonster,” if you can imagine it, there is porn of it”. Was uns daran hindert, jedem Trieb nachzurennen, ist die Realität (das Tentakelmonster gibt es nicht) und die Moral, die sich dann natürlich auch im Gesetz niederschlägt. Die Grenze ist die Mündigkeit und das Einverständnis aller Beteiligten. Wir alle haben möglicherweise sexuelle Wünsche, die unerfüllt bleiben, das ist faktisch einfach so, und wir alle leben damit.

    • babuschka sagt:

      stellen sie sich aber jetzt mal vor, ALLE ihre sexuellen wünsche könnten nicht ausgelebt werden. ALLE. und noch dazu das wichtigste gefühl, das uns auch zum grossen teil ausmacht: liebe. nicht lebbar. nicht kommunizierbar. ich empfinde mit solchen menschen mitleid, ob eingefordert oder nicht. und das, obwohl ich opfer von sexuellem missbrauch war in meiner kindheit. das ausleben dieser neigung ist nicht zu entschuldigen, aber bitte etwas mehr emphatie für die schlimme situation von betroffenen, welche die neigung im griff haben.
      stellen sie sich doch nur mal vor, frauen/männer zu begehren, zu lieben wär plötzlich absolut strafbar und tabu. schwierig, oder?

      • Franziska sagt:

        Mitleid habe ich auch, aber vorallem wegen dem Umgang der Gesellschaft mit Pädophilen. Stigmatisierung und Reduktion auf diesen einen Aspekt einer Person ist nicht zielführend. Ein Pädophiler/Eine Pädophile ist ein Mensch, und zwar in seiner Gesamtheit. Ich bin selbst ebenfalls Opfer geworden, und weiss daher auch, dass nicht jede/r, die/der sich an Kindern vergeht, auch pädophil ist, genausowenig wie jede/r Pädophile straffällig wird.
        Jedem Menschen ist grundsätzlich ein sexuell erfülltes Leben zu wünschen, Fakt ist aber, dass das einem Grossteil verwehrt bleibt.

        • Frida Bändig sagt:

          Franziska, was genau wollen Sie damit sagen? Wollen Sie damit sagen, dass diese schlecht durchdachte Initiative gut ist, oder wollen Sie einfach damit sagen, dass wir alle sexuell Leidende Menschen sind, das wäre aber dann an der Pädophilie vorbei geschrieben.

  12. Frida Bändig sagt:

    “Denn Zivilisation entsteht eben dort, wo wir erfolgreich gegen Triebe kämpfen.” Bin ich nicht einverstanden, Zivilisation ist da wo man mit seinen Trieben umzugehen weiss, niemand zu Schaden kommt durch sie, man um sie weiss, und man verantwortlich damit umzugehen weiss. Die Initiative ist nicht gut, darum ein !Nein! Frau Sommaruga hat es gut erkannt.

  13. Neni sagt:

    Das Problem ist doch auch das es politisch viel zu populistisch ausgelegt wird..ist doch geradezu eine Steilvorlage für typische SVP-Vorlagen. Es geht um gut gegen Böse, sowas lässt sich politisch nicht vernünftig diskutieren. Man stelle sich vor das auch nur ein Politiker so argumentieren würde..und im zusammenhang mit Pädophelie von “Krankheit” oder Sexueller Prägung reden würde, oder das die”Täter” eigentlich auch Opfer sind.Es Zeigt sich in solchen Momenten immer wieder, wie weit wir von einer vernünftigen Zivilisation entfernt sind.

  14. Jacques sagt:

    Triebe auszuleben, geht sehr gut, wo man niemandem Schaden zufügt. Triebe auszuleben (und das wäre ein breites Feld, von “Jack the Ripper” bis “Hannibal Lecter”, also die jemandem (schweren) Schaden zufügen, müssen mit der vollen Härte des Gesetzes (eben im gesetzlichen Rahmen) bestraft werden. Sonst, Humanismus, Zivilisation – adé.

  15. DRAGON sagt:

    Triebe sind da, und sie muessen oder sollten vorhanden sein. Wer keinen Trieb hat, Haengt in den FESSELN der Sozial Unterkunft. Was leider in den Schulen bis hoch hinauf nie gelernt wird, ist. Wie man TRIEBE zu seinen Gunsten gebrauchen kann. Ein kleines Beispiel: Jemand hat den Wunsch einen Sportwagen zu kaufen: Hat aber das Geld nicht dazu,( schauen wir mal weg von Leasing und Krediten) was bleibt uebrig, Arbeiten sich Gedanken machen wie komme ich an die Kohlen, (von Stehlen) wollen wir auch noch absehen. Also bleibt nicht anderes uebrig als sich Gedanken zu machen. Zuviel verlangt

  16. Hermann G. sagt:

    Mein Mittelstufenlehrer missbrauchte uns Buben in einem Kinderheim während Jahren. Unentdeckt. Schliesslich wurde er verhaftet, kastriert, und fünf Jahre ins Gefängnis gesteckt. Ich hatte ihn sehr gut gemocht, er hat mir zeichnen und Musik beigebracht, was mich heute noch freut. Gewundert hat mich nur eines: Warum das Riesentamtam um den Lehrer, während sich kein Schwein um uns Kinder kümmerte? Resultat waren einige Selbstmorde Jahre später. Wenn man schon so viel Verständnis aufbringen will, warum nicht auch für die Opfer?

  17. Die Behauptung, das Pädophilie nicht heilbar wäre, halte ich für falsch. Hinter allem was ein Mensch tut, verbirgt sich ein Bedürfnis. Wer auf dem neuesten Stand der Verhaltenspsychologie ist, also inklusive die Arbeiten von Marshall Rosenberg, der schaut dahinter. Warum kann ein pädophil veranlagter Mensche seine sexuelle Energie nicht abreagieren mit Menschen welche auf Augenhöhe sind? Weil Ängste und Traumen, die Person dann seelisch blockieren. Pädophilie ist nur ein Symptom, ein Affekt, die Traumata dahinter sind die Krankheit. Wer den Affekt kontrollieren kann, ist keine Gefahr.

  18. Remo Roffler sagt:

    Herrliches Beispiel der Verwissenschaftlichung eines grossen gesellschaftlichen Problemes. Grundalgenforschende Erklärung, ohne jeglichen Ansatz der Problembekämpfung. Das Opfer muss halt sehen, wo es bleibt, da der Trieb wissenschaftlich erklärbar war. Ekelhaft.

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